Montessori-Grundschule

Mataréstraße Aachen

Unsere Umsetzung

Mit unserer Umsetzung des Montessori-Konzepts nehmen wir die individuelle Entwicklung des Kindes ernst und lassen uns vor allem von folgendem Gedanken leiten:

Schule muss sich auf die Kinder einstellen, nicht die Kinder auf die Schule!

Montessori konzipierte auf Grund ihrer Beobachtungen und Erkenntnisse bezüglich der kindlichen Entwicklung für Schulen organisatorische Rahmenbedingungen wie individuelles Lernen, Jahrgangsmischung und spezielles Lernmaterial.


Jahrgangsgemischte Lerngruppen

In altersgemischten Lerngruppen haben alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, vielfältige Rollen einzunehmen und auszuprobieren. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhalten die für sie oft besonders notwendige Gelegenheit, Rollenvielfalt zu erfahren und Rollenflexibilität einzuüben. Alle werden darin unterstützt, Hilfen von anderen Klassenkameraden anzunehmen und selber Hilfe anzubieten und zu geben. Die Schülerinnen und Schüler erfahren das Neben- und Miteinander von individuellen Lernzielen, sie gewinnen praktische Einsicht in die relative Bedeutung des Faktors „Zeit“ für den Lernprozess und erleben gemeinschaftliche Lernfortschritte unabhängig davon, ob es um zielgleiches oder zieldifferentes Lernen geht.


Vorbereitete Umgebung

Im Sinne einer vorbereiteten Umgebung nach Maria Montessori soll für alle Bereiche des Lernens genügend, den Entwicklungsstufen gemäßes, kontinuierlich aufbauendes Material in den Klassen vorhanden sein. Diese Materialien sollen die leiblichen, seelischen und geistigen Kräfte des Kindes herausfordern. Ziel der vorbereiteten Umgebung ist die Bereitstellung einer anregenden, spannungsreichen und kindgerechten Lernwelt, in der sich echte Interessen entwickeln und konstruktiv auswirken können.

Die Lernumgebung, der Klassenraum muss so gestaltet sein, dass sich die Kinder wohlfühlen, denn da, wo man sich wohlfühlt, lernt man freudiger und leichter. Die Kinder müssen selbständig an alle für sie wichtigen Materialien herankommen. Alles Mobiliar muss in Größe, Gewicht usw. auf die Kinder zugeschnitten sein. Das Lernmaterial muss geordnet, vollständig, sauber, klar strukturiert, anregend und Neugier weckend dargeboten werden. Der Raum muss Bewegungsfreiheit zulassen für Arbeiten auf dem Teppich. Leseecke und Computerecke sind obligatorisch.


Materialien

Die von Maria Montessori entwickelten Materialien sind Entwicklungsmaterialien, mit deren Hilfe sich das Kind über alle Sinne selbst Wissensgebiete erarbeitet. Es entstehen Lernprozesse, die das Kind ganzheitlich betreffen, d.h. kognitiv, psychisch und sensomotorisch (Sensomotorisch meint das Zusammenspiel von Sinnesorganen und Muskeln). Die Materialien sind so strukturiert, dass das Kind bei der Handhabung eine tiefe Konzentration erfahren kann. Montessori nannte diese Konzentration, dieses Phänomen „Polarisation der Aufmerksamkeit“.

Montessoris Entwicklungsmaterialien haben nicht nur die Funktion des Einübens von Lernstoffen, sondern fördern die personale und soziale Entwicklung des Kindes und setzen darüber hinaus die schöpferischen Kräfte des Kindes frei. Die Lehrkräfte stellen sicher, dass die Materialien mit den vom Land NRW vorgegebenen Lerninhalten abgestimmt sind. In allen Klassen unserer Schule befinden sich die gleichen Lernmaterialien. Innerhalb der Freien Wahl der Arbeit arbeiten die Kinder mit  Montessori-Materialien, daneben aber auch mit den vom Lehrer selbst erstellten oder im Handel erworbenen Freiarbeitsmaterialien. Außerdem kommen zahlreiche Computer-Lernprogramme wie Antolin und Mathematik-Trainingsprogramme in allen Klassen zur Anwendung.


Freie Wahl der Arbeit (FWA)

Dies ist das Herz der Montessori-Schulen.

In der Freien Wahl der Arbeit werden hauptsächlich die Fächer Mathematik, Deutsch und Sachunterricht fächerübergreifend angeboten. Auf die Fächer Musik, Kunst, Religion und Sport wird hauptsächlich im „themengebundenen“ Unterricht“ eingegangen. Die Ziele der Lehrpläne können über die Materialien selbsttätig erarbeitet werden, die ausgewiesenen Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben und vertieft werden.

Bei Montessori ist der Begriff „Arbeit“ nicht mit unserer Wertung zu vergleichen. Arbeit ist in unserer Gesellschaft bei Erwachsenen vielfach mit Stress, Zeitdruck u.ä. verbunden. Montessori meint die vom Kind selbstgewählte intensive Auseinandersetzung mit der Welt; so ist z.B. das Treppensteigen eines Kleinkindes in ihrer Definition Arbeit, das Kind arbeitet an dem Erwerb einer neuen Fähigkeit, und das mit Konzentration, Ausdauer und höchster Freude.

Die Freie Wahl der Arbeit in den Montessori-Schulen unterscheidet sich von der Freiarbeit anderer Schulen darin, dass sie dem Kind Wahlmöglichkeiten in vier Bereichen ermöglicht:

  • Was: Freie Wahl des Lerninhalts
  • Wann: Freie Wahl der Zeit
  • Mit wem: Freie Wahl der Sozialform
  • Wo: Bewegungsfreiheit

Neben dem jeweiligen Lerninhalt werden wichtige Kompetenzen erworben:

  • die Einübung von Aktivität und Initiative
  • Entscheidungskraft und Ausdauer 
  • gegenseitige Rücksichtnahme
  • Einhaltung der Arbeitsruhe und Ordnung u.v.m.

Unterrichtsform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit, selbst gewählt oder vom Lehrer indirekt und manchmal direkt beeinflusst und gelenkt.

Unterrichtsmittel: Didaktisch vorbereitete Arbeitsmaterialien, speziell das Montessori-Sinnesmaterial sowie vielfältige Freiarbeitsmaterialien.


Themengebundener Unterricht (TGU)

In diesem Unterricht geht es neben dem jeweiligen Lerninhalt um den Erwerb folgender Kompetenzen:

  • Einfügung in eine Gruppe
  • sich zurücknehmen
  • Geduld üben
  • Anregungen erfahren
  • eigene Gedanken formulieren und der  Kritik der Gruppe aussetzen
  • Gedankengängen anderer folgen
  • sich leiten und anregen lassen u.v.m.

Unterrichtsform: Einzel-, Partnerarbeit- oder Gruppenarbeit zu vom Lehrer vorgegebenen Themen

Unterrichtsmittel: Didaktisch vorbereitete Arbeitsmaterialien, Experimentierkästen, Thementische, Bücher etc.


► Die Rolle des Lehrpersonals...